Nach einem erfolglosen IVF-Versuch – Erholung und Vorbereitung auf den nächsten Schritt

Ein erfolgloser IVF-Versuch kann körperlich und emotional sehr belastend sein.

Nach Wochen mit Hormonspritzen, Ultraschallkontrollen, Eizellentnahme, dem Warten auf die Embryonalentwicklung, dem Embryotransfer und erneutem Warten steht am Ende möglicherweise ein negativer Beta-hCG-Wert. Einige meiner Patientinnen haben mir erzählt, dass nicht die Spritzen oder die Eingriffe das Schwerste waren, sondern das Gefühl, dass all die Hoffnung, die sie in diesen Versuch gesetzt hatten, plötzlich zu Ende war. Wenn Sie sich gerade in dieser Situation befinden, muss der erste Schritt nicht unbedingt darin bestehen, sofort den nächsten IVF-Versuch zu planen. Geben Sie sich etwas Zeit.

Ein erfolgloser Versuch bedeutet nicht, dass IVF nicht funktionieren kann

Auch bei einem Embryo guter Qualität und einem planmäßig verlaufenden Behandlungszyklus führt nicht jeder Embryotransfer zu einer Schwangerschaft. Die menschliche Fortpflanzung ist wesentlich komplexer, als wir es uns wünschen würden. Manchmal lässt sich eine Ursache finden, manchmal können wir nicht genau erklären, warum keine Einnistung stattgefunden hat. Geben Sie nicht vorschnell sich selbst die Schuld. Einige schlaflose Nächte, ein stressiger Tag, eine weniger gesunde Mahlzeit oder etwas mehr Bewegung sind mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die Erklärung für einen erfolglosen Embryotransfer. Und Sie müssen nicht alles perfekt machen, um beim nächsten Mal eine bessere Chance zu haben.

Den vergangenen Behandlungszyklus gemeinsam betrachten

Wenn Sie sich dazu bereit fühlen, ist es sinnvoll, den vergangenen Zyklus gemeinsam mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt noch einmal anzuschauen. Bei einer hormonellen Stimulation: Wie haben die Eierstöcke reagiert? Wie viele reife Eizellen konnten gewonnen werden? Wie hoch war die Befruchtungsrate? Wie haben sich die Embryonen entwickelt? Nach einem Embryotransfer: Wie war die Qualität des Embryos? Wie war die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut? Gab es bei der Vorbereitung oder beim Transfer Besonderheiten? Manchmal wird eine Änderung des Behandlungsprotokolls empfohlen oder es sind weitere Untersuchungen sinnvoll. Es kann aber auch sein, dass es keinen eindeutigen Grund gibt, etwas zu verändern.

Ich weiß, dass das schwer zu akzeptieren sein kann. Nach einem erfolglosen IVF-Versuch möchten wir verständlicherweise eine Ursache finden. Sie gibt uns das Gefühl, beim nächsten Mal mehr beeinflussen zu können. Doch nicht hinter jedem erfolglosen IVF-Versuch steckt eine eindeutig feststellbare Ursache. Deshalb halte ich es auch nicht für sinnvoll, nach einem einzigen erfolglosen Versuch automatisch jede Untersuchung oder Zusatzbehandlung durchführen zu lassen, über die man im Internet liest. Mehr ist nicht immer besser.

Vorbereitung auf die nächste hormonelle Stimulation

Wenn eine erneute Stimulation notwendig ist, können die Wochen oder Monate zwischen den Behandlungen genutzt werden, damit der Körper wieder in einen stabileren Zustand findet. Es gibt kein Lebensmittel, Vitamin oder Verfahren, das die Eizellqualität innerhalb weniger Tage verändern kann. Entscheidend bleiben die Grundlagen: ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung, regelmäßige moderate Bewegung, nicht zu rauchen, Alkohol einzuschränken und bestehende Erkrankungen gut zu behandeln.

Auch der Partner sollte in diese Vorbereitung einbezogen werden. Die Spermienqualität spielt bei der Entstehung und Entwicklung des Embryos ebenfalls eine Rolle. IVF betrifft nie ausschließlich den Körper der Frau.

Vorbereitung auf einen weiteren Embryotransfer

Eine ausgebliebene Einnistung bedeutet nicht, dass Ihr Körper nicht in der Lage ist, schwanger zu werden. Das möchte ich besonders betonen, weil ich viele Patientinnen erlebe, die nach einem oder mehreren erfolglosen Embryotransfers beginnen, das Vertrauen in ihren eigenen Körper zu verlieren. Vor dem nächsten Transfer werden die Gebärmutterschleimhaut, die Vorbereitung und der Zeitpunkt des Transfers erneut beurteilt. Gibt es einen medizinischen Grund für weitere Untersuchungen, sollten diese selbstverständlich in Betracht gezogen werden. Wenn nicht, kann der nächste sinnvolle Schritt manchmal einfach darin bestehen, sich gut vorzubereiten und es erneut zu versuchen.

Das ist nicht leicht, gehört aber leider auch zur Realität der Kinderwunschbehandlung.

Welche Rolle kann Akupunktur spielen?

Viele Patientinnen kommen nach einem erfolglosen IVF-Versuch zu mir und fragen: „Was kann ich zusätzlich tun?“

Akupunktur kann in dieser Phase weit mehr bedeuten als reine Stressreduktion. Über das Nervensystem und die neuroendokrine Regulation kann sie die Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse beeinflussen, die hormonelle Regulation unterstützen und sich günstig auf die Durchblutung von Gebärmutter und Becken auswirken. Untersucht werden außerdem mögliche Wirkungen auf immunologische und entzündliche Prozesse sowie auf die Rezeptivität des Endometriums.

Deshalb betrachte ich Akupunktur nicht als eine einmalige Behandlung unmittelbar vor oder nach dem Embryotransfer. In meiner Praxis ist sie vielmehr Teil einer längerfristigen Vorbereitung: Sie kann die Regeneration, den Schlaf, die Durchblutung und die neuroendokrine Regulation unterstützen und dazu beitragen, vor dem nächsten IVF-Zyklus wieder ein besseres körperliches und seelisches Gleichgewicht zu erreichen.

Die Studienlage zu den IVF-Ergebnissen ist nicht vollständig einheitlich. Einige Metaanalysen zeigen günstigere Ergebnisse hinsichtlich klinischer Schwangerschaften und Lebendgeburten, während andere Studien keinen eindeutigen Unterschied feststellen konnten. Deshalb erkläre ich meinen Patientinnen immer, dass Akupunktur eine ergänzende Behandlung ist. Sie ersetzt keine reproduktionsmedizinische Behandlung und kann den Erfolg einer IVF nicht garantieren.

Mein Ziel ist es, vor der nächsten Behandlung möglichst günstige körperliche und seelische Voraussetzungen zu schaffen.

Wann sollte man wieder beginnen?

Nach einem erfolglosen IVF-Versuch wird vielen Patientinnen empfohlen, möglichst schnell mit der nächsten Behandlung zu beginnen – insbesondere bei höherem reproduktivem Alter. Ich verstehe die Gründe dafür. Das Alter der Frau und die ovarielle Reserve sind wichtige Faktoren für die Erfolgsaussichten einer IVF, und es gibt Situationen, in denen eine Behandlung tatsächlich nicht unnötig hinausgezögert werden sollte.

Ich halte jedoch „je früher, desto besser“ nicht für eine Regel, die für jede Patientin gleichermaßen gelten sollte. Wenn es keinen medizinischen Grund gibt, sofort weiterzumachen, empfehle ich meinen Patientinnen in der Regel, sich vor einer erneuten hormonellen Stimulation etwa drei Monate Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Das bedeutet nicht, dass die Eierstöcke zwingend genau drei Zyklen „ruhen“ müssen. Vielmehr ist es ein sinnvoller Zeitraum, in dem der Körper wieder zu seinem normalen Rhythmus finden kann und Schlaf, Ernährung, Bewegung sowie andere beeinflussbare gesundheitliche Faktoren verbessert werden können. Ebenso wichtig ist die seelische Erholung. Ein IVF-Zyklus besteht nicht nur aus einigen Tagen Hormonbehandlung. Dahinter liegen Wochen voller Untersuchungen, Behandlungen, Warten und Hoffnung. Ein negatives Ergebnis kann für eine Frau eine erhebliche emotionale Belastung sein.

Natürlich sollte eine dreimonatige Pause bei sehr niedriger ovarieller Reserve, höherem reproduktivem Alter oder wenn mehrere Eizellen bzw. Embryonen gesammelt werden sollen, immer individuell mit der behandelnden Reproduktionsmedizinerin oder dem behandelnden Reproduktionsmediziner abgewogen werden. In solchen Situationen kann Zeit tatsächlich ein wichtiger Faktor sein.

Wenn als nächster Schritt lediglich ein Kryo-Embryotransfer geplant ist, halte ich eine Wartezeit von drei Monaten dagegen nicht grundsätzlich für notwendig. Sobald der Körper aus medizinischer Sicht bereit ist und die Patientin sich auch emotional bereit fühlt, kann der passende Zeitpunkt gemeinsam mit dem behandelnden Arzt festgelegt werden.

Was ich nicht möchte, ist, dass eine Patientin allein aus Angst sofort in den nächsten Behandlungszyklus geht, weil sie gehört hat: „Sie werden älter. Sie haben keine Zeit zu warten.“ Das Alter ist ein wichtiger medizinischer Faktor und muss bei der Entscheidung berücksichtigt werden.

Es sollte jedoch nicht zu einem Druckmittel werden, das einer Frau nach einem erfolglosen Behandlungsversuch das Gefühl gibt, sie dürfe nicht einmal für eine kurze Zeit innehalten. Nach einem erfolglosen IVF-Versuch ist die wichtigste Frage deshalb vielleicht nicht: „Warum ist das gerade mir passiert?“ Sondern vielmehr: „Was ist jetzt der beste nächste Schritt für mich?“

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